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Was ist der Innenwiderstand einer Batterie? Wie beeinflusst er Effizienz, Leistung und Lebensdauer?

Internal resistance in batteries affecting efficiency, performance, and lifetime.

Die Leistung einer Batterie wird von vielen Faktoren bestimmt, doch der Innenwiderstand (Internal Resistance, IR) gehört zu den wichtigsten und zugleich am wenigsten verstandenen Parametern.
Für Energiespeichersysteme (ESS) beeinflusst der IR direkt Effizienz, verfügbare Leistung, Wärmeentwicklung, Zyklenlebensdauer und den wirtschaftlichen Gesamtwert des Systems.

Ein fundiertes Verständnis des IR – und wie er sich im Laufe der Zeit verändert – ist entscheidend für die Entwicklung, den Betrieb und die Wartung eines leistungsstarken und sicheren ESS.

Was ist der Innenwiderstand?

Der Innenwiderstand ist der Widerstand innerhalb einer Batterie, der dem Stromfluss entgegenwirkt.

Er besteht aus zwei Hauptkomponenten:

(1) Ohmscher Widerstand

  • Entsteht in Stromsammlern, Elektrolyt, Separatoren und Leitern

  • Verantwortlich für den sofortigen Spannungsabfall (IR-Drop) beim Laden/Entladen

(2) Polarisationswiderstand

  • Entsteht durch elektrochemische Reaktionen

  • Umfasst:

    • Ladungsübertragungswiderstand

    • Diffusionswiderstand

    • SEI-Widerstand (Solid Electrolyte Interphase)

Gesamt-IR = Ohmscher Widerstand + Polarisationswiderstand

Wenn Strom fließt, wandelt der IR einen Teil der elektrischen Energie in Wärme um:

Wärme = I² × R

Deshalb führt ein hoher IR zu mehr Wärme, geringerer Effizienz und beschleunigter Alterung.

Wie der Innenwiderstand die ESS-Leistung beeinflusst

(1) Geringere Effizienz

Ein höherer IR bedeutet mehr Energieverlust in Form von Wärme.

Bei einem ESS führt das zu:

  • Niedrigerem Round-Trip-Effizienzgrad (RTE)

  • Höheren Lade-/Entladeverlusten

  • Steigenden Betriebskosten über die Lebensdauer

(2) Reduzierte Leistungsabgabe

Ein hoher IR verursacht:

  • Größere Spannungsabfälle

  • Geringere nutzbare Spannung

  • Begrenzte Lade-/Entladeströme

PCS und BMS müssen daher die Leistung reduzieren, um Überhitzung zu vermeiden.
Das Ergebnis: Das ESS kann seine Nennleistung nicht mehr liefern.

(3) Erhöhte Wärme und Sicherheitsrisiken

Hoher IR → höhere Wärme → schnellere Alterung → noch höherer IR

Dieser Kreislauf kann verursachen:

  • Beschleunigtes SEI-Wachstum

  • Lithium-Plating bei niedrigen Temperaturen

  • Erhöhtes Risiko thermischer Zwischenfälle

Deshalb ist IR ein zentraler Sicherheitsparameter im BMS.

(4) Kürzere Lebensdauer

Ein steigender IR führt zu:

  • Geringerer Kapazität

  • Weniger Leistungsfähigkeit

  • Größerer Zellabweichung

Die Alterung des Systems beschleunigt sich spürbar.

Warum steigt der Innenwiderstand?

(1) Natürliche Alterung

SEI-Wachstum und Materialveränderungen sind unvermeidbar.

(2) Hohe Temperaturen

Chemische Alterung verdoppelt sich etwa pro 10°C Temperaturanstieg.

(3) Hohe C-Raten

Beschleunigen Polarisationsverluste und Wärmeentwicklung.

(4) Betrieb bei niedrigen Temperaturen

Führt zu Lithium-Plating und stark erhöhtem IR.

(5) Zellinkonsistenz

Schwache Zellen erhöhen den Pack-Widerstand.

(6) Unzureichendes Thermomanagement

Hotspots führen zu ungleichmäßiger Alterung.

Wie BMS und KI den Innenwiderstand überwachen

Moderne ESS überwachen den IR kontinuierlich, um Sicherheit und Leistung zu gewährleisten.

Typische Methoden:

  • DCIR-Messung

  • ACIR-Messung

  • Pulsstromtests

  • KI-gestützte SOH-Modelle

Cloud- und KI-Plattformen ermöglichen:

  • Früherkennung abnormaler IR-Anstiege

  • Vorhersage zukünftiger Alterung

  • Automatische Wartungswarnungen

  • Verlängerte Systemlebensdauer und höherer ROI

Wie man den Innenwiderstand niedrig hält

Für ESS-Betreiber

  • Betrieb im optimalen Temperaturbereich (20–35°C)

  • Vermeidung hoher C-Raten

  • Kein Laden unter 0°C

  • Verwendung hochwertiger LFP-Zellen

  • Betriebsbereich von 10–90 % SOC für tägliche Zyklen

  • EMS-/PCS-Einstellungen optimieren

Für Systementwickler

  • Flüssigkeitskühlung für Temperaturgleichmäßigkeit

  • Hochwertige Leiter und Busbars

  • Präzise Zellbalance durch fortschrittliches BMS

  • KI-basierte Betriebsstrategien

Fazit

Der Innenwiderstand ist ein grundlegender Parameter, der die Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer eines Energiespeichersystems bestimmt.

Ein niedriger IR bedeutet:

  • Höhere Leistung

  • Bessere Effizienz

  • Weniger Wärmeentwicklung

  • Längere Lebensdauer

  • Höheren wirtschaftlichen Nutzen

Die Überwachung und Optimierung des IR ist entscheidend, um ein sicheres, zuverlässiges und wertmaximiertes ESS zu betreiben – besonders in einer Zeit rasant wachsender globaler Nachfrage nach Energiespeichern.

Sind Sie bereit?

Wir sind bereit zur Zusammenarbeit und zur Förderung von Innovationen im Bereich der Energiespeicherung.