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Standardisierung von CAN- und Modbus-Kommunikation im BMS von Energiespeichersystemen

Energy storage BMS data exchange using CAN and Modbus

Im modernen Energiespeichersystem (ESS) ist das Batteriemanagementsystem (BMS) das „intelligente Gehirn“, das Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistung der Batterie gewährleistet. Eine effektive Kommunikation zwischen BMS und anderen Systemkomponenten ist entscheidend für Überwachung, Steuerung und Optimierung.

Die beiden weit verbreiteten Kommunikationsprotokolle im BMS sind CAN (Controller Area Network) und Modbus, die jeweils eigene Vorteile bieten. Die Standardisierung dieser Protokolle ist essenziell, um einen nahtlosen Datenaustausch, Interoperabilität und Skalierbarkeit in großflächigen ESS-Projekten zu gewährleisten.

Dieser Artikel erläutert Best Practices für die Standardisierung von CAN- und Modbus-Kommunikation im BMS und gibt Ingenieuren und Projektentwicklern praxisnahe Hinweise.

Überblick über BMS-Kommunikationsprotokolle

(1) CAN-Protokoll

CAN ist ein hochzuverlässiges Kommunikationsprotokoll für eingebettete Systeme. Wichtige Merkmale:

  • Echtzeit-Datenübertragung: Typische Geschwindigkeit bis 1 Mbps

  • Fehlererkennung: CRC gewährleistet Datenintegrität

  • Multi-Node-Unterstützung: Mehrere Geräte (Batteriemodule, PCS, EMS) können im gleichen Bus kommunizieren

Im ESS wird CAN häufig für Modul-Level-Kommunikation verwendet, z. B. zur Überwachung von Zellenspannung, Temperatur und Ladezustand (SoC). Die hohe Zuverlässigkeit und niedrige Latenz machen CAN ideal für sicherheitskritische Anwendungen.

(2) Modbus-Protokoll

Modbus ist ein weit verbreitetes serielles Kommunikationsprotokoll, das typischerweise für System-Level-Kommunikation im ESS eingesetzt wird. Wichtige Merkmale:

  • Einfache Integration: Funktioniert über RS485, TCP/IP oder Ethernet

  • Flexibilität: Unterstützt mehrere Slaves und hierarchische Datenstrukturen

  • Standardisierte Register: Ermöglicht konsistenten Zugriff auf Überwachungs- und Steuerungsdaten

Modbus wird meist für die Kommunikation zwischen BMS und PCS, EMS oder SCADA-Systemen verwendet, wodurch eine nahtlose Integration in übergeordnete Steuerplattformen ermöglicht wird.

Bedeutung der Standardisierung der BMS-Kommunikation

Standardisierung stellt sicher:

  1. Interoperabilität: Unterschiedliche Module, PCS und EMS können ohne individuelle Anpassung kommunizieren

  2. Skalierbarkeit: Zusätzliche Module können problemlos integriert werden

  3. Datenkonsistenz: Einheitliche Definition von Parametern (Spannung, Strom, Temperatur, SoC, SoH) reduziert Fehler

  4. Sicherheit und Zuverlässigkeit: Konsistente Kommunikation gewährleistet rechtzeitige Fehlererkennung und Schutzmaßnahmen

Ohne Standardisierung können ESS-Projekte Integrationsprobleme, längere Inbetriebnahmezeiten und höhere Betriebsrisiken erfahren.

CAN-Standardisierungspraktiken

(1) Frame-Struktur und ID-Zuordnung

  • Verwendung von standardisierten 11-Bit- oder erweiterten 29-Bit-IDs

  • Eindeutige IDs für jedes Batteriemodul, jeden Sensor und PCS-Schnittstellen zuweisen

  • Konsistente Daten-Frame-Struktur für Spannung, Temperatur und Strommessungen

(2) Datenrate und Timing

  • Festlegung einer einheitlichen Kommunikationsrate (z. B. 500 kbps für mittlere ESS, 1 Mbps für Hochleistungs-ESS)

  • Synchronisierte Abfrageintervalle zur Vermeidung von Busüberlastung

(3) Fehlerbehandlung und Redundanz

  • Aktivierung von CRC für jedes Frame

  • Redundante Kommunikationswege für kritische Sicherheitssignale in großen ESS-Systemen

Modbus-Standardisierungspraktiken

(1) Register-Mapping und Funktionscodes

  • Definition einer standardisierten Register-Map für Schlüsselparameter: Spannung, Strom, SoC, SoH, Temperatur, Alarme

  • Verwendung standardisierter Modbus-Funktionscodes (Read Holding Registers, Write Single/Multiple Registers) für konsistente Steuerung und Überwachung

(2) Kommunikationshierarchie

  • Logische Adressierung der Slaves für skalierbare Systemarchitektur

  • Implementierung von Master-Slave-Abfrageplänen, um Kollisionen zu vermeiden

(3) Integration mit PCS und EMS

  • Konsistente Datentypen und Einheiten über alle Geräte hinweg

  • Standardisierte Alarm- und Fehlercodes für klare Ereignismeldung an übergeordnete Systeme

Kombinierte CAN- & Modbus-Architektur im ESS

Ein typisches ESS-Kommunikationskonzept kombiniert beide Protokolle:

  1. CAN-Bus: für interne Modul-Kommunikation und Echtzeit-Datenübertragung

  2. Modbus: für System-Level-Kommunikation zwischen BMS, PCS, EMS und Cloud-Plattformen

Diese hybride Architektur vereint die niedrige Latenz und hohe Zuverlässigkeit von CAN mit der Flexibilität und Integrationsfähigkeit von Modbus und schafft ein robustes, skalierbares Kommunikationssystem.

Best Practices für die Umsetzung

  • Definition standardisierter Datenmodelle für alle Batteriemesswerte

  • Dokumentation von CAN-IDs und Modbus-Register-Maps aller Module und Geräte

  • Implementierung von Diagnosetools zur Überwachung des Buszustands und Erkennung von Anomalien

  • Schichtung der Kommunikationsarchitektur, um sicherheitskritische und überwachende Daten zu trennen

  • Einhalten internationaler Standards, z. B. ISO 11898 (CAN) und IEC 60870 / Modbus-Spezifikationen

Praxisanwendungen

FFD POWER ESS-Projekte nutzen diese Standardisierungspraktiken, um:

  • Mehrere Batteriemodule und PCS nahtlos zu integrieren

  • Zuverlässige Fehlererkennung und Alarmsysteme zu gewährleisten

  • Effizientes Cloud-Monitoring und KI-basierte Energieoptimierung zu ermöglichen

  • Inbetriebnahmezeiten zu verkürzen und Betriebsrisiken zu minimieren

Fazit

Die Standardisierung von CAN- und Modbus-Kommunikation im BMS ist entscheidend für sichere, zuverlässige und skalierbare Energiespeichersysteme. Mit Best Practices wie Frame-Strukturen, Register-Mapping, Abfrageplänen und Fehlerbehandlung können Betreiber konsistente Überwachung, schnellere Integration und langfristige Effizienz sicherstellen.

FFDPOWER integriert diese Standards in seine BMS-Lösungen, sodass jedes Projekt die höchsten Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Interoperabilität erfüllt.

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