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Die vier Hauptarten der Energiespeicherung: Elektrochemisch, Mechanisch, Thermisch und Wasserstoff

Industrial energy storage facility with rows of containerized battery systems and a control room operator, illustrating major energy storage technologies and large-scale deployment.

Energiespeicherung ist das Rückgrat eines zuverlässigen und dekarbonisierten Energiesystems. Unterschiedliche Anwendungen – von kurzfristigem Netzausgleich bis hin zu mehrtägiger Speicherung für erneuerbare Energien – erfordern verschiedene Speichertechnologien.
Im Wesentlichen lassen sich vier Hauptkategorien unterscheiden: elektrochemisch, mechanisch, thermisch und Wasserstoff (chemisch).

Dieser Artikel erklärt, wie jede Technologie funktioniert, wo sie eingesetzt wird, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Leistungsmerkmale – und hilft, die richtige Lösung für jedes Projekt zu wählen.

Elektrochemische Speicherung (Batterien)

Was es ist:
Elektrochemische Speicherung wandelt elektrische Energie beim Laden in chemische Energie um und beim Entladen wieder zurück. Die gängigste Technologie sind Lithium-Ionen-Batterien, mit Varianten wie LFP (Lithium-Eisenphosphat), NMC, Blei-Säure, Redox-Flow-Batterien und aufkommende Natrium-Ionen-Systeme.

Wie es funktioniert:
Beim Laden werden chemische Reaktionen im Inneren der Zellen angeregt; beim Entladen laufen sie in umgekehrter Richtung ab, wodurch Strom erzeugt wird.

Typische Anwendungen:

  • Solar-plus-Speicher-Systeme für Haushalte und Gewerbe

  • Netzfrequenzregelung und schnelle Reserveleistungen

  • Lastspitzenkappung (Peak Shaving) und Notstromversorgung

  • Energiespeicherung für Elektrofahrzeuge

Vorteile:

  • Hohe Leistungsdichte und extrem schnelle Reaktionszeit

  • Reife Lieferkette und sinkende Kosten für Lithium-Ionen-Technologien

  • Modular und skalierbar von kW bis MW

Nachteile:

  • Lebensdauer hängt von Chemie und Betriebsprofil ab

  • Erfordert Wärmemanagement und Brandschutzsysteme

  • Materialverfügbarkeit und Kosten (kritische Metalle)

Leistungsdaten:
LFP-Systeme sind bekannt für hohe Sicherheit und lange Lebensdauer; typischer Systemwirkungsgrad (Round-Trip Efficiency, RTE) liegt zwischen 85–95 %.

Mechanische Speicherung

Was es ist:
Mechanische Energiespeicherung nutzt physikalische Prozesse – die bekanntesten Formen sind Pumpspeicherkraftwerke (PHS) und Druckluftspeicher (CAES). Weitere Varianten sind Schwungradspeicher und Schwerkraftspeicher.

Wie es funktioniert:

  • PHS: Wasser wird bei Stromüberschuss in ein höher gelegenes Reservoir gepumpt und bei Bedarf durch Turbinen abgelassen.

  • CAES: Luft wird in einem unterirdischen Speicher komprimiert und bei Entladung expandiert, um Strom zu erzeugen.

  • Schwungräder: Speichern Energie als kinetische Energie eines rotierenden Körpers.

Typische Anwendungen:

  • Netzspeicherung mit hoher Kapazität und langer Dauer (PHS, CAES)

  • Kurzfristige Frequenzstabilisierung (Schwungräder)

  • Einsatzorte mit geeigneter Topographie oder geologischen Bedingungen

Vorteile:

  • Sehr große Speicherkapazität (mehrere Stunden bis Tage)

  • Lange Lebensdauer und geringe Degradation

  • Geringe Betriebskosten pro MWh nach Inbetriebnahme

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten und standortabhängige Umsetzung

  • Konventionelles CAES benötigt oft zusätzliche Wärme oder Brennstoff

  • Schwungräder sind nur für kurze Speicherzeiten geeignet

Leistungsdaten:
Pumpspeicherwerke dominieren weltweit den Großspeichermarkt. Typischer Gesamtwirkungsgrad: 70–85 % (PHS), 40–70 % (CAES) – höhere Werte bei adiabatischen Systemen.

Thermische Energiespeicherung (TES)

Was es ist:
Thermische Speicherung speichert Energie als Wärme oder Kälte. Sie kann sensibel (Temperaturänderung), latent (Phasenwechsel) oder thermochemisch (reversible chemische Reaktion) erfolgen.

Wie es funktioniert:
Elektrizität oder Wärme wird genutzt, um ein Speichermedium (z. B. geschmolzenes Salz, Wasser oder PCM) aufzuheizen oder zu kühlen. Die gespeicherte Energie wird später zur Beheizung, Kühlung oder Stromerzeugung verwendet.

Typische Anwendungen:

  • Solarkraftwerke mit geschmolzenem Salz (CSP)

  • Fernwärme- und Kühlnetze

  • Industrielle Prozesswärme

  • Gebäudeenergiemanagement und Lastverschiebung

Vorteile:

  • Sehr kosteneffizient für Wärme- und Kälteanwendungen

  • Lange Speicherzeiten möglich, geringe Selbstentladung

  • Unterstützt hohen Anteil erneuerbarer Energien

Nachteile:

  • Umwandlung von Wärme zu Strom hat begrenzten Wirkungsgrad

  • Temperaturanforderungen müssen zur Anwendung passen

Leistungsdaten:
Für Wärme- und Kälteanwendungen sehr effizient; bei Rückverstromung geringer Gesamtwirkungsgrad als Batterien.

Wasserstoffspeicherung (Power-to-Gas / Chemische Speicherung)

Was es ist:
Wasserstoffspeicherung nutzt elektrische Energie zur Erzeugung von Wasserstoff über Elektrolyse. Der Wasserstoff kann gespeichert, transportiert oder in Strom, Wärme oder synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden.

Wie es funktioniert:
Erneuerbare Elektrizität → Elektrolyse → Wasserstoff → Speicherung (Tank oder Kavernenspeicher) → Rückverstromung über Brennstoffzelle oder Turbine.

Typische Anwendungen:

  • Langzeit- und saisonale Energiespeicherung

  • Industrielle Nutzung (Stahl, Chemie)

  • Treibstoff für Schwertransport und Schifffahrt

Vorteile:

  • Ideal für Langzeitspeicherung über Tage bis Monate

  • Vielseitig: Strom, Wärme, Mobilität, Industrie

  • Nutzung bestehender Gasinfrastruktur möglich

Nachteile:

  • Geringer Rückverstromungswirkungsgrad (<50 %)

  • Hohe Investitionskosten (Elektrolyseure, Infrastruktur)

  • Sicherheits- und Handhabungsanforderungen

Leistungsdaten:
Wasserstoff ist keine Konkurrenz zu Batterien, sondern eine Ergänzung – besonders für Langzeitspeicherung und Sektorkopplung.

Die richtige Technologie wählen

Verschiedene Anwendungen erfordern unterschiedliche Energiespeichertechnologien:

  • Sekundenschnelle Reaktion: Elektrochemische Speicher (z. B. Lithium-Ionen, LFP) und Schwungräder, ideal für Frequenzregelung und kurzfristige Spitzenlastunterstützung.

  • Mehrstündige Speicherung: Batterien (LFP, NMC), Druckluftspeicher (CAES) oder thermische Energiespeicher (TES), geeignet für Tageslastverschiebung oder Glättung erneuerbarer Energien.

  • Mehrtägige oder saisonale Speicherung: Wasserstoffspeicherung und Pumpspeicher (PHS), ideal für langfristiges Energiemanagement und saisonale Ausgleichsbedarfe.

  • Thermische Anforderungen oder industrielle Prozesswärme: Thermische Energiespeicher (sensible, latente oder chemische Speicher) für Prozesswärme oder Gebäudeheizung/Kühlung.

  • Große, langfristige Energiespeicherung: Pumpspeicher und große CAES-Systeme, geeignet für netzbasierte Großspeicherlösungen.

Durch die Auswahl der passenden Technologie für den jeweiligen Anwendungsfall kann die Energieeffizienz maximiert, Kosten gesenkt und Systemzuverlässigkeit erhöht werden.

Fazit

Keine einzelne Technologie deckt alle Anforderungen ab. Die vier Haupttypen – elektrochemisch, mechanisch, thermisch und Wasserstoff – erfüllen unterschiedliche Rollen in einem dekarbonisierten Energiesystem.
Kombinierte Ansätze mit intelligentem Energiemanagement (EMS, BMS) liefern die besten Ergebnisse.

Für viele kommerzielle Anwendungen bieten LFP-Batterien das beste Verhältnis aus Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit, während mechanische und Wasserstoffspeicher langfristige und großvolumige Optionen eröffnen.

Bist du bereit?

Wir sind bereit, zusammenzuarbeiten und Energiespeicherinnovationen voranzutreiben.