BESS zur Lastspitzenkappung mit Rückspeiseverhinderung
Projektüberblick
„BESS zur Lastspitzenkappung im Mittelmeerraum“ zeigt, wie FFD POWER ein modulares All-in-One- Batterie-Energiespeichersystem (BESS) eingesetzt hat, um Lastspitzen zu reduzieren, Energie in Niedertarifzeiten zu verlagern und für einen Kundenstandort im Mittelmeerraum eine Null-Einspeisung (Zero Export) sicherzustellen. Das System nutzt sechs 233-kWh-All-in-One-Schränke (gesamt 1.398 kWh / 1,4 MWh) sowie eine EMS-Strategie, die Lastspitzenkappung und Talfüllung mit einer strikt priorisierten Anti-Backflow-Regelung kombiniert. So kann der Kunde die Stromkosten senken und die Einspeisevorgaben des Netzbetreibers zuverlässig einhalten.
Projekthintergrund
Viele Gewerbe- und Industriestandorte rund um das Mittelmeer stehen vor einem ähnlichen Dilemma: steigende Stromtarife und Leistungspreise auf der einen Seite sowie strengere Einspeisebegrenzungen ins öffentliche Netz auf der anderen. Wenn die Lasten vor Ort ansteigen (z. B. Produktionslinien, HLK-Anlagen oder Motoren), kann die Bezugsleistung sprunghaft steigen, wodurch höhere Leistungspreise ausgelöst und die Trafo-Kapazität stärker belastet werden. Gleichzeitig kann bei vorhandener PV-Anlage ein Solarüberschuss zur Mittagszeit abgeregelt werden oder die Einspeisung kann sogar untersagt sein – das führt zu verschwendeter erneuerbarer Energie und Compliance-Risiken.
Projekt-Herausforderungen
- • Kosten durch Lastspitzen: Kurzzeitige und wiederkehrende Lastspitzen reduzieren, die die monatlichen Leistungspreise dominieren.
- • TOU-Optimierung: In Niedrigtarifzeiten laden und in Hochtarifzeiten entladen, um die Energiekosten zu senken.
- • Einspeisebegrenzung: Rückspeisung in das öffentliche Netz verhindern (Null-Einspeisung / Anti-Backflow-Anforderung).
- • Betriebsstabilität: PV-/Lastschwankungen glätten und Fehlauslösungen durch schnelle Leistungsänderungen vermeiden.
FFD POWER LÖSUNG
FFD POWER lieferte ein schrankbasiertes, skalierbares All-in-One-BESS, das im Außenbereich installiert und durch das Hinzufügen weiterer Module erweitert werden kann. Ein standortbezogenes EMS koordiniert Laden und Entladen in Echtzeit über Zähler-Rückmeldungen am Netzanschlusspunkt (PCC), sodass die Batterie gleichzeitig die Lastspitzenkappung übernimmt und sicherstellt, dass keine Leistung in das Netz zurückgespeist wird.
Systemdaten
- • Konfiguration: 233AIO × 6 Schränke
- • Gesamtleistung/-energie: 600 kW / 1.398 kWh (1,4 MWh)
- • Installation: Modulares Outdoor-Schrank-Array
- • Anwendung: Lastspitzenkappung & Talfüllung + Rückspeiseverhinderung (Null-Einspeisung)
- • Regelung: EMS mit PCC-Messung, TOU-Fahrplan, SOC-Fenster und Schutzverriegelungen
Betriebslogik: Lastspitzenkappung + Rückspeiseverhinderung
Das EMS setzt zwei Regelungsebenen um: eine ökonomische Ebene (TOU / Last- bzw. Demand-Reduktion) und eine Compliance-Ebene (Rückspeiseverhinderung). Die Rückspeiseverhinderung hat stets höhere Priorität, um eine Null-Einspeisung zu garantieren.
- • Talfüllung (Laden): In Niedertarif-Fenstern lädt das BESS bis zu einem Ziel-SOC. Bei PV-Überschuss nimmt das BESS diesen bevorzugt auf.
- • Lastspitzenkappung (Entladen): Wenn der Standortverbrauch eine vorgegebene Bezugsgrenze erreicht, entlädt das BESS, um den Netzbezug zu begrenzen und Spitzen zu glätten.
- • Rückspeiseverhinderung (Null-Einspeisung): Die PCC-Messung berechnet fortlaufend die Netto-Netzleistung. Wird eine Einspeisung erkannt oder prognostiziert, reduziert das EMS sofort die PV-Leistung (falls verfügbar) und/oder erhöht die Ladeleistung des BESS, sodass die Netto-Einspeisung bei 0 kW bleibt.
- • SOC-Management: Ein SOC-Betriebsband (z. B. 20-90 %, standortabhängig) einhalten, um die Batterielebensdauer zu schützen und Aufnahme-Reserve für die Rückspeiseverhinderung zu sichern.
- • Fail-Safe-Verhalten: Bei Zähler-/Kommunikationsverlust oder abnormalen Netzbedingungen fällt das System auf konservative Grenzen zurück (Entladen stoppen / Laden begrenzen), um unbeabsichtigte Einspeisung zu vermeiden und die Komponenten zu schützen.