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Netzgekoppelte, Insel- und Hybridspeichersysteme: Anwendungen, Vorteile und Auswahl der richtigen Lösung

On‑grid, off‑grid, and hybrid energy storage system applications and benefits.

Die weltweite Energiewende hin zu erneuerbaren Energien führt zu einem steigenden Bedarf an Energiespeichersystemen (ESS), um Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Da Solar- und Windenergie schwankend sind, stellen Energiespeicher eine wichtige Lösung dar, sowohl für netzgebundene als auch für autarke Anwendungen.

Die drei Haupttypen von ESS – netzgekoppelte, Insel- und Hybridsysteme – haben jeweils spezifische Einsatzgebiete. Wer ihre Anwendungen und Vorteile versteht, kann die richtige Lösung für seinen Energiebedarf auswählen.

Netzgekoppelte Energiespeichersysteme

Definition:
Ein netzgekoppeltes ESS ist direkt mit dem Stromnetz verbunden und ermöglicht bidirektionalen Energiefluss. Energie kann in Zeiten niedriger Nachfrage gespeichert und bei Spitzenlast oder hohen Strompreisen genutzt werden.

Anwendungen:

  • Lastspitzenmanagement: Reduzierung der Stromkosten durch Entladung während Spitzenzeiten.

  • Optimierung des Eigenverbrauchs von Solarenergie: Überschüssige Solarenergie speichern und nachts nutzen.

  • Netzdienstleistungen: Frequenzregelung, Spannungsstabilisierung und andere Netzservices.

Vorteile:

  • Kostenersparnis durch Zeitvariablen Tarife (Time-of-Use, TOU).

  • Verbesserte Integration erneuerbarer Energien.

  • Möglichkeit, gespeicherte Energie zurück ins Netz zu verkaufen.

Praxisbeispiel:
Ein europäisches Gewerbegebäude installierte ein 1 MWh netzgekoppeltes ESS mit Solarpaneelen auf dem Dach. Durch die Entladung in Spitzenzeiten konnte das Unternehmen die Stromkosten um 30 % senken und die Investition in 4 Jahren amortisieren.

Insel-Energiespeichersysteme

Definition:
Ein Insel-ESS arbeitet unabhängig vom öffentlichen Stromnetz und speichert Energie aus lokalen Quellen wie Solar oder Wind. Solche Systeme sind ideal für abgelegene Standorte oder kritische Einrichtungen.

Anwendungen:

  • Abgelegene Gemeinden: Zuverlässige Stromversorgung in ländlichen Gebieten, Inseln oder Wüstenregionen.

  • Backup für kritische Infrastruktur: Krankenhäuser, Rechenzentren oder Notfallzentren.

  • Autonome Mikronetze: Vollständig unabhängige Energiesysteme mit erneuerbaren Quellen.

Vorteile:

  • Volle Energieunabhängigkeit.

  • Zuverlässige Stromversorgung auch bei Netzausfällen.

  • Maximale Nutzung sauberer, erneuerbarer Energiequellen.

Praxisbeispiel:
Ein Rechenzentrum in der Sahara nutzte ein off-grid Solar- und Batteriesystem, das 24/7 Betrieb sicherstellte und Dieselgeneratoren überflüssig machte. Gleichzeitig konnten die Betriebskosten um 40 % reduziert werden.

Hybride Energiespeichersysteme

Definition:
Ein hybrides ESS kombiniert die Vorteile von Netz- und Insel-Lösungen. Es arbeitet unter normalen Bedingungen netzgebunden und kann bei Netzausfällen automatisch in den Inselmodus wechseln.

Anwendungen:

  • Gewerbe- und Industrieanlagen: Stabile Stromversorgung bei gleichzeitiger Kostenoptimierung.

  • Mikronetze und Smart Communities: Integration mehrerer erneuerbarer Quellen für Stabilität.

  • Notfall- und Katastrophenresilienz: Aufrechterhaltung kritischer Prozesse bei Netzausfällen.

Vorteile:

  • Flexibilität für Netz- und Inselbetrieb.

  • Optimierte Energieeffizienz und Kostenersparnis.

  • Höhere Zuverlässigkeit für kritische Anwendungen.

Praxisbeispiel:
Ein mediterraner Supermarkt kombinierte ein 1 MW Solardachsystem mit 8 hybriden ESS-Einheiten à 233 kWh, was einen nahtlosen Netzbetrieb und Backup im Inselmodus ermöglichte, bei einer jährlichen Kostensenkung von 25 %.

Auswahl des richtigen Energiespeichersystems

Die Wahl des passenden ESS hängt von den Energiezielen, Betriebsanforderungen und Standortbedingungen ab:

  • Netzgekoppelte Systeme eignen sich für Kostenoptimierung und maximale Nutzung erneuerbarer Energien. Sie sind ideal für Gewerbe- und Industriegebäude, die vom Stromnetz abhängig sind und von TOU-Tarifen, Lastspitzenmanagement und Eigenverbrauch profitieren wollen.

  • Insel-Systeme sind die beste Wahl für abgelegene oder kritische Standorte, die vollständige Energieunabhängigkeit benötigen. Sie gewährleisten zuverlässige Stromversorgung ohne Netzanschluss, wobei die Investitionskosten höher sein können.

  • Hybride Systeme kombinieren Effizienz und Resilienz. Sie arbeiten netzgebunden unter Normalbedingungen und wechseln bei Netzausfällen automatisch in den Inselmodus. Dies sichert einen unterbrechungsfreien Betrieb und maximale Nutzung erneuerbarer Energien.

Die richtige Wahl des ESS garantiert langfristige Einsparungen, betriebliche Effizienz und Nachhaltigkeit.

Fazit

Das Verständnis der Unterschiede zwischen netzgekoppelten, Insel- und hybriden Energiespeichersystemen ist entscheidend für die Auswahl der passenden Lösung. Durch die Kombination von Batteriespeichern mit intelligenten Energiemanagementsystemen (EMS) können Effizienz gesteigert, Kosten gesenkt und Versorgungssicherheit erhöht werden.

Ob Kostenoptimierung, zuverlässige Stromversorgung in abgelegenen Regionen oder kontinuierlicher Betrieb bei Netzausfällen – moderne Energiespeichersysteme sind der Schlüssel für eine nachhaltige, kohlenstoffarme Energiezukunft.

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